Projekttitel
StoryLab KI: Geschichten erzählen mit Künstlicher Intelligenz
Kurzbeschreibung
StoryLab KI war ein viertägiger Workshop für Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 15 Jahren. Er fand vom 7. bis 10. April 2026 im Familienbüro „Am Gustav“ in Hürth statt.
Die Teilnehmenden entwickelten eigene Geschichten und setzten sie mit Zeichnungen, KI-gestützter Bildgenerierung, Animationen, Morphing, Stop-Motion und Videotools um.
Der Workshop vermittelte einen kreativen, praktischen und reflektierten Zugang zu Künstlicher Intelligenz. Neben dem gestalterischen Arbeiten standen Medienkompetenz, Urheberrecht, Datenschutz und der kritische Umgang mit KI-Ergebnissen im Mittelpunkt.
Ein weiterer Bericht wurde auf der Seite des Vereins Hilfe für Tschernobyl-geschädigte Kinder veröffentlicht.
Projektpartner und Förderung
Das Projekt wurde in Kooperation mit Hilfe für Tschernobyl-geschädigte Kinder e. V. und dem Jugendamt der Stadt Hürth durchgeführt.
Gefördert wurde StoryLab KI durch die LAG Kunst und Medien NRW e. V. mit Mitteln aus dem Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW.
Ziele
Ziel des Projekts war es, Kindern und Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung einen niedrigschwelligen Zugang zu kreativer Medienarbeit mit KI zu ermöglichen.
Die Teilnehmenden entwickelten eigene Geschichten, gestalteten Figuren, erzeugten Bilder und erstellten kurze Videos oder Animationen. Gleichzeitig lernten sie, KI nicht nur als Werkzeug zu nutzen, sondern ihre Ergebnisse kritisch zu prüfen. Dazu gehörten Fragen zu Urheberrecht, Datenschutz, Prompts, Fehlern von KI-Systemen und zum verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Inhalten.
Ein weiteres Ziel war es, sprachliche Barrieren durch visuelle, praktische und kreative Methoden zu verringern und gemeinsames Arbeiten in einer heterogenen Gruppe zu fördern.

Neben iPads und KI-Tools kamen im Workshop StoryLab KI auch analoge Materialien zum Einsatz: Story Cubes, Bücher, Arbeitsblätter und Kreativmaterialien unterstützten die Entwicklung eigener Geschichten.
Durchführung
Der Workshop fand an vier Tagen jeweils von 11:00 bis 16:00 Uhr statt. Am Projekt nahmen 13 Kinder und Jugendliche teil. Viele von ihnen hatten Fluchterfahrung, insbesondere aus der Ukraine. Die Workshop-Leitung wurde von zwei jungen ukrainischen Betreuerinnen sowie einer Mitarbeiterin des Kooperationspartners unterstützt.
Am ersten Tag standen Ankommen, Kennenlernen und das gemeinsame Entwickeln von Regeln im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erkundeten die iPads und testeten erste Anwendungen. Dabei wurde deutlich, dass klare Absprachen für die Nutzung der Geräte wichtig waren. Ein erstes aus einer Zeichnung entstandenes Video weckte großes Interesse an der weiteren Arbeit.
Am zweiten Tag arbeiteten die Kinder strukturierter an eigenen Ideen. Sie nutzten Story Cubes, Bildbeschreibungen und gesprochene Geschichten als Ausgangspunkt. Ein Schwerpunkt lag auf dem Zeichnen und der digitalen Weiterverarbeitung. Eine Kleingruppe begann eigenständig mit einem Stop-Motion-Projekt und setzte dieses mit Figuren, Fahrzeugen und Vertonung um.
Am dritten Tag vertieften die Teilnehmenden die Arbeit mit Foto-Storytelling, Animation und Morphing. Dabei entstanden zahlreiche Videos, animierte Zeichnungen und Bildgeschichten. Die Kinder erlebten, dass KI-Ergebnisse nicht immer planbar sind und Fehler enthalten können. Diese Fehler wurden besprochen und teilweise auch als kreative Impulse genutzt.
Am vierten Tag wurden die entstandenen Arbeiten gesichtet, ausgewählt und weiterbearbeitet. Die Abschlusspräsentation fand im geschützten Rahmen ohne Eltern statt. Die Kinder präsentierten ihre Bilder, Videos und Geschichten selbst, erklärten ihre Ideen und reflektierten gemeinsam über gute und weniger gelungene KI-Ergebnisse.
Ein wichtiger Bestandteil aller Workshoptage war die gemeinsame Verpflegung. Eine Mitarbeiterin des Vereins kochte täglich mit den Betreuerinnen und teilweise auch mit Kindern. Für die Kinder war das Essen ein absolutes Highlight. Gleichzeitig entstanden beim Kochen und gemeinsamen Essen zusätzliche Begegnungsräume, in denen Sprachbarrieren leichter überwunden werden konnten.
Auch der große Spielplatz am Familienbüro spielte eine wichtige Rolle. Die Bewegungsphasen halfen der Gruppe, Energie abzubauen, miteinander in Kontakt zu kommen und danach konzentrierter weiterzuarbeiten.
Ergebnisse
Im Workshop entstanden zahlreiche Zeichnungen, KI-generierte Bilder, Animationen, kurze Videoclips und ein Stop-Motion-Film. Besonders gut funktionierte die Verbindung von analogem Zeichnen und digitaler Weiterverarbeitung.
Die Teilnehmenden erweiterten ihre Medienkompetenz im Umgang mit KI. Sie lernten, keine fremden Bilder ungeprüft zu verwenden, Urheberrechte zu respektieren, keine personenbezogenen Daten in KI-Systeme einzugeben und KI-Ergebnisse kritisch zu betrachten.
Die Abschlusspräsentation zeigte, dass die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Arbeitsprozesse nachvollziehbar beschreiben konnten. Sie erkannten Fehler in KI-generierten Videos, diskutierten unterschiedliche Ergebnisse und entwickelten Ideen weiter.

Im Workshop StoryLab KI arbeiteten die Teilnehmenden mit vielfältigen Materialien: Zeichnungen, Stifte, Arbeitsblätter und iPads ergänzten sich bei der Entwicklung eigener Geschichten.
Besondere Highlights
Ein besonderes Highlight war die Entwicklung der Gruppe. Nach einem unruhigen Start entstand im Verlauf der vier Tage ein deutlich stabileres und kooperativeres Miteinander.
Auch das selbstständig entwickelte Stop-Motion-Projekt einer Kleingruppe gehörte zu den starken Momenten des Workshops. Die Kinder brachten eigene Ideen und Materialien ein und setzten ihr Projekt inklusive Vertonung um.
Die Verpflegung war für die Kinder ein zentrales Highlight. Das gemeinsame Kochen und Essen bot nicht nur Struktur im Tagesablauf, sondern stärkte auch das soziale Miteinander. Gerade in einer mehrsprachigen Gruppe entstanden hier niedrigschwellige Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen.
Der große Spielplatz am Familienbüro erwies sich ebenfalls als wichtiger Bestandteil des Projekts. Die Kinder spielten dort gemeinsam, schlossen Kontakte und kamen nach den Bewegungsphasen oft konzentrierter in die kreative Arbeit zurück.
Die Abschlusspräsentation war ein weiterer zentraler Moment. Die Kinder stellten ihre Werke selbst vor und zeigten, dass sie über KI, Bildgenerierung und Videoarbeit reflektiert sprechen konnten.
Reflexion und Ausblick
StoryLab KI erreichte seine zentralen Ziele. Die Teilnehmenden arbeiteten kreativ, entwickelten eigene Ideen und setzten diese mit analogen und digitalen Methoden um. Besonders das Zeichnen erwies sich als geeigneter Zugang für eine heterogene, mehrsprachige Gruppe.
Gleichzeitig zeigte das Projekt wichtige Bedingungen für zukünftige Workshops. Eine kleinere Gruppe von etwa acht bis neun Kindern wäre für dieses Format sinnvoll. Auch mehr Geräte oder klarere Rotationsmodelle könnten Wartezeiten reduzieren.
Für zukünftige Projekte bietet sich eine Weiterentwicklung des Formats an: mit kleineren Gruppen, klaren technischen Rahmenbedingungen und mehr Zeit für Abschlussreflexion, Präsentation und O-Töne der Teilnehmenden.
Interesse an ähnlichen Projekten?
StoryLab KI zeigt, wie Kinder und Jugendliche Künstliche Intelligenz kreativ, praktisch und kritisch kennenlernen können. Das Format eignet sich für Einrichtungen der kulturellen Bildung, Jugendhilfe, Medienpädagogik und offene Kinder- und Jugendarbeit.
Weitere Informationen zu ähnlichen Formaten gibt es auf der Seite Workshops für Kinder und Jugendliche.