Inhouse-Schulung in der Stadtbibliothek Euskirchen

Andrea Rings bei einer KI-Schulung für öffentliche Bibliotheken in der Stadtbibliothek Euskirchen

Projekttitel

Künstliche Intelligenz in öffentlichen Bibliotheken: Inhouse-Schulung in der Stadtbibliothek Euskirchen

Kurzbeschreibung

Am 23. März 2026 fand in der Stadtbibliothek Euskirchen eine Inhouse-Schulung zum Thema generative Künstliche Intelligenz statt. Die Schulung richtete sich an die Mitarbeitenden der Stadtbibliothek und verband Grundlagenwissen, Sicherheitsfragen, praktische Erprobung und Transfer in den Bibliotheksalltag.

Im Mittelpunkt stand ein verantwortungsvoller Umgang mit KI: Die Teilnehmenden lernten, wie generative KI funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und welche Prüfroutinen im beruflichen Kontext notwendig sind. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Datenschutz, Informationssicherheit, Schatten-KI und den geltenden dienstlichen Vorgaben.

Projektpartner und Förderung

Die Schulung wurde als Inhouse-Schulung für die Stadtbibliothek Euskirchen durchgeführt. Projektpartner war das ZBIW der TH Köln.

Projektort und Kontakt

Stadtbibliothek Euskirchen
Wilhelmstraße 32–34
53879 Euskirchen

Ziele

Die Schulung hatte das Ziel, Orientierung für den professionellen Umgang mit generativer KI im Bibliotheksalltag zu schaffen. Dabei ging es nicht um eine schnelle Tool-Einführung, sondern um eine sichere und reflektierte Annäherung an Chancen, Grenzen und Verantwortlichkeiten.

Im Zentrum standen folgende Ziele:

  • ein gemeinsames Grundverständnis von generativer KI schaffen
  • typische Fehlerquellen wie Halluzinationen und Bias verständlich machen
  • Prüfroutinen für KI-generierte Inhalte kennenlernen
  • Datenschutz, sensible Daten und Schatten-KI im Bibliothekskontext einordnen
  • sichere praktische Erfahrungen mit Text- und Bild-KI ermöglichen
  • Einsatzfelder und Grenzen von KI im Bibliotheksalltag reflektieren
  • die Rolle der Bibliothek als Orientierungsort in einer KI-geprägten Informationswelt stärken

Durchführung

Die Schulung war als Tagesworkshop angelegt. Sie verband fachlichen Input, Demonstrationen, Partnerarbeit, praktische Übungen, Reflexion und Transfer.

Der Einstieg setzte einen ruhigen Rahmen. Die Teilnehmenden wurden an das Thema herangeführt, ohne die sensible Ausgangslage zu übergehen: Die dienstliche Nutzung generativer KI war zum Zeitpunkt der Schulung noch nicht allgemein freigegeben. Deshalb stand zunächst die Frage im Mittelpunkt, wie KI professionell, sicher und verantwortungsvoll eingeordnet werden kann.

Im zweiten Block ging es um Grundlagen generativer KI. Die Teilnehmenden erarbeiteten, warum KI-Antworten überzeugend klingen können, obwohl sie nicht verlässlich sein müssen. Anhand von Beispielen wurden Halluzinationen, Bias und Plausibilität diskutiert. Daraus wurden konkrete Prüfroutinen abgeleitet.

Der dritte Block widmete sich Leitplanken, Datenschutz und Informationssicherheit. Themen waren unter anderem sensible Daten, Schatten-KI, Zuständigkeiten, Verantwortung und die Frage, welche Informationen nicht in KI-Tools eingegeben werden dürfen. Der Informationssicherheitsbeauftragte war in der Schulung anwesend, sodass Fragen zu Nutzungsmöglichkeiten, Zuständigkeiten und organisatorischen Rahmenbedingungen direkt aufgegriffen werden konnten.

Am Nachmittag stand die praktische Arbeit im Vordergrund. Die Teilnehmenden erprobten Text-KI anhand bibliotheksnaher Aufgaben: Prompts formulieren, Texte überarbeiten, Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen anpassen und KI-Ergebnisse kritisch prüfen. Dabei wurde auch mit einem Flyer als Ausgangsmaterial gearbeitet. Zusätzlich wurde KI zur Ideenentwicklung und Veranstaltungsplanung eingesetzt. Eine konkrete Veranstaltungsplanung wurde direkt am iPad vorgestellt und gemeinsam eingeordnet.

Auch Bild-KI wurde praktisch erprobt und reflektiert. Dabei ging es weniger um fertige Designlösungen, sondern um Bildideen, Varianten, Grenzen und die Frage, wann KI-generierte Bilder im Bibliothekskontext sinnvoll oder problematisch sein können.

Zum Abschluss ging es um den Transfer: Wo kann KI Bibliotheken unterstützen? Wo bleiben Grenzen? Und welche Rolle spielen Bibliotheken als Orte für Orientierung, Medienkompetenz und Informationsbewertung? Der Schluss griff die Idee auf, dass KI Werkzeuge verändert, aber nicht die Werte bibliothekarischer Arbeit.

Ergebnisse

Die Schulung schuf einen gemeinsamen Wissensstand zum Thema generative KI und verband diesen mit den konkreten Rahmenbedingungen der Stadtbibliothek Euskirchen.

Die Teilnehmenden konnten:

  • Grundprinzipien generativer KI nachvollziehen
  • KI-Antworten kritischer einordnen
  • Prüfroutinen auf Beispiele anwenden
  • sensible Daten und riskante Nutzungssituationen besser erkennen
  • Prompts für bibliotheksnahe Aufgaben erproben
  • KI als Unterstützung bei Textarbeit, Ideenentwicklung und Veranstaltungsplanung kennenlernen
  • Einsatzfelder und Grenzen für den eigenen Arbeitsalltag reflektieren

Als Materialien wurden eine Präsentation, Moderationskarten, praktische Übungsimpulse und ein Handout zur Nachbereitung erstellt.

Arbeitsmaterialien einer KI-Schulung für Bibliotheken mit Moderationskarten, Stiften und Unterlagen zu Text-KI und Bild-KI

Materialien und Übungsimpulse für die praktische Arbeit mit Text-KI, Bild-KI und Leitplanken im Bibliotheksalltag.

Besondere Highlights

Ein besonderer Schwerpunkt der Schulung lag auf dem Zusammenspiel von Sicherheitsrahmen und praktischer Erprobung. Die Teilnehmenden konnten KI nicht nur ausprobieren, sondern zugleich klären, welche Regeln, Grenzen und Verantwortlichkeiten im dienstlichen Kontext wichtig sind.

Die Anwesenheit des Informationssicherheitsbeauftragten war dabei besonders wertvoll. Dadurch konnten Fragen zum organisatorischen Rahmen direkt im Workshop aufgegriffen werden.

Ein weiteres Highlight war die praktische Arbeit mit bibliotheksnahen Szenarien. Die Teilnehmenden entwickelten und prüften Texte, reflektierten KI-Ergebnisse und setzten KI auch für die Planung konkreter Angebote ein. So wurde sichtbar, dass KI nicht nur beim Formulieren unterstützen kann, sondern auch bei Strukturierung, Ideenentwicklung und Vorbereitung von Veranstaltungen.

Zitate und O-Töne

Aus der anonymen Evaluation liegen mehrere Rückmeldungen vor:

„Da es eine Inhouse-Schulung war, gab es sehr gute Absprachen mit dem ZBIW und der Referentin im Vorfeld. Organisation, Ablauf, Durchführung hat bestens funktioniert. Danke.“

„Die Dozentin hat kurzweilig und informativ die Inhalte klar und sachlich vermittelt und ein gutes Gemeinschaftserlebnis und Austausch hergestellt.“

„Ich finde es toll, dass sich die Referentin an die Vorgaben vor Ort gehalten hat und auch spezifisch relevante Inhalte eingebaut hat.“

Reflexion und Ausblick

Die Schulung zeigte, dass öffentliche Bibliotheken beim Thema KI eine doppelte Aufgabe haben. Sie müssen einerseits klären, wie KI intern verantwortungsvoll genutzt werden kann. Andererseits sind sie wichtige Orientierungsorte für Nutzerinnen und Nutzer in einer zunehmend KI-geprägten Informationswelt.

Für die weitere Arbeit bieten sich Vertiefungen an, etwa zu sicheren Prompting-Routinen, freigegebenen Tools, KI-gestützter Veranstaltungsplanung oder Beratungskompetenz zu KI. Auch ein stärkerer Vergleich verschiedener KI-Plattformen kann für künftige Formate sinnvoll sein.

Interesse an ähnlichen Projekten?

Inhouse-Schulungen und Workshops zu generativer KI bieten die Möglichkeit, Grundlagen zu klären, Leitplanken zu besprechen und konkrete Anwendungen im eigenen Arbeitskontext zu erproben.

Das Format kann an unterschiedliche Zielgruppen, Vorkenntnisse und organisatorische Rahmenbedingungen angepasst werden. Für ähnliche Projekte oder individuelle Schulungen kann gerne Kontakt aufgenommen werden.

 

Submit a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner