Kurzbeschreibung
Im Rahmen der PROQUA-Online-Reihe „KI im Einsatz – kreativ nutzen, kritisch prüfen“ habe ich am 26. Februar 2026 einen zweistündigen Online-Workshop (16–18 Uhr) durchgeführt.
33 Fachkräfte aus Kultureller Bildung, Schule und Kinder- und Jugendarbeit erprobten große Sprachmodelle praktisch im kreativen Schreiben, reflektierten Chancen und Grenzen und entwickelten erste Ideen für den Transfer in ihre Bildungsarbeit.
Projektpartner und Förderung
Der Workshop fand im Rahmen von PROQUA – Programmbegleitende Qualitätsentwicklung im Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ statt.
PROQUA ist ein Projekt der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW e. V. und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Projektort und Kontakt
Der Workshop fand online als Zoom-Konferenz statt.
Weitere Informationen, Präsentation und zusätzliches Handout werden über PROQUA veröffentlicht: www.proqua-kms.de
Kontakt PROQUA / Akademie der Kulturellen Bildung:
Küppelstein 34, 42857 Remscheid · Tel. 02191 794-0 · info@proqua-kms.de
Ziele
Die Teilnehmenden sollten:
- kreative Potenziale großer Sprachmodelle praktisch erproben
- sinnvolle Prompts für unterschiedliche Schreibanlässe entwickeln
- typische Phänomene wie Halluzinationen und stereotype Muster erkennen
- verstehen, dass Text-KI auf Wahrscheinlichkeitsberechnung basiert
- Verantwortung, Datenschutz und pädagogische Leitplanken reflektieren
- konkrete Transferideen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entwickeln
Didaktischer Grundsatz:
KI ist ein Werkzeug – kein Ersatz für Denken, Kreativität oder pädagogische Verantwortung.
Teilnehmendenstruktur
- 33 Fachkräfte aus ganz Deutschland
- Weniger als 15 % ohne Vorerfahrung mit Text-KI
- Rund 45 % nutzen KI privat
- Rund 45 % nutzen KI beruflich
- 4 von 33 setzen KI bereits aktiv in Projekten mit Kindern und Jugendlichen ein
Die Gruppe brachte somit Nutzungserfahrung mit – der Fokus lag klar auf praxisnaher Anwendung und Transfer.
Durchführung
Der Workshop folgte einer klaren Dramaturgie: ausprobieren, verstehen, reflektieren und in die eigene Praxis übertragen.
Einstieg & Schreibexperiment
Nach einer kompakten Einführung starteten die Teilnehmenden direkt in eigene Schreibexperimente. Sie generierten kurze Geschichten, entwickelten Figuren und variierten Prompts gezielt.
Schnell wurde sichtbar:
KI produziert sprachlich plausible Texte – aber keine bewusste Bedeutung.
Verstehen & Einordnen
Anhand der entstandenen Texte wurden zentrale Aspekte erläutert:
- Wahrscheinlichkeitsprinzip großer Sprachmodelle
- Halluzinationen und sachliche Fehler
- generische Plotmuster
- stereotype Figurenbeschreibungen
- „Shit in – shit out“: Die Qualität der Eingabe bestimmt die Qualität des Outputs
Die Analyse erfolgte nicht abstrakt, sondern anhand konkreter Textbeispiele.
Reflexion & Verantwortung
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf ethischen und pädagogischen Fragen:
- Umgang mit personenbezogenen Daten
- Transparenz gegenüber Kindern und Jugendlichen
- KI als Impulsgeber statt Ersatz für eigenes Schreiben
- bewusste Nachbearbeitung und kritisches Prüfen von KI-Texten
Die Kernbotschaft wurde klar:
KI unterstützt kreative Prozesse – sie ersetzt nicht das eigene Denken.
Transfer in die Praxis
In der Abschlussphase entwickelten die Teilnehmenden erste Einsatzideen für ihre Einrichtungen, unter anderem:
- KI als Ideenstarter für Schreibwerkstätten
- Figuren- oder Setting-Entwicklung
- alternative Enden zu bestehenden Geschichten
- Unterstützung bei Facharbeiten oder Strukturierung von Texten
Ergebnisse
- Hohe Aktivität im Chat und intensive Diskussion
- Gute Verständlichkeit zentraler Konzepte wie Halluzination und Wahrscheinlichkeitsprinzip
- Starkes Interesse an konkreten Praxisszenarien
- Sichtbarer Bedarf an strukturierten Transferbausteinen für die Kinder- und Jugendarbeit
Der Workshop wurde insgesamt als gelungen wahrgenommen und bot gleichzeitig wertvolle Hinweise für eine noch stärkere Praxisfokussierung in zukünftigen Durchgängen.
Besondere Highlights
- Die gemeinsame Analyse generischer oder fehlerhafter Textstellen als Aha-Moment
- Das bewusste Variieren von Prompts und die direkte Beobachtung der Textveränderung
- Die offene Diskussion über Verantwortung im Bildungskontext
Zitate und O-Töne
„Ich arbeite in einer Schulbibliothek und bin für die Koordinationen der Facharbeiten zuständig. Ich freue mich über die Test-Seite, in der ich Texte der Schüler:innen überprüfen kann.“
„Vielen herzlichen Dank für den Input und die abwechslungsreichen Infos!“
„Ich nutze KI eher selten. Vielleicht in Zukunft aber mal öfter, um strukturierter zu arbeiten.“
Reflexion und Ausblick
Der Workshop hat gezeigt:
Text-KI ist in der Praxis vieler Fachkräfte bereits angekommen. Der entscheidende nächste Schritt liegt im konkreten Transfer in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Für zukünftige Formate bieten sich an:
- noch frühere und längere Praxisphasen
- mehr ausgearbeitete Szenarien für Schreibwerkstätten
- zusätzliche Beispiele zu Halluzinationen und stereotypen Mustern
- ein mögliches Vertiefungsmodul „KI als Impulsgeber im kreativen Schreiben“
Interesse an ähnlichen Projekten
Ich freue mich über Anfragen für Workshops und Weiterbildungen rund um kreatives Schreiben mit KI – praxisnah, verantwortungsvoll und auf die Bedarfe der kulturellen Bildungsarbeit zugeschnitten.